Firmengeschichte

Messtechnik ist seit 1968 unsere Profession und die haben wir mit den Jahren bis zur absoluten Perfektion entwickelt. WENZEL steht für höchsten Qualitätsanspruch und Verlässlichkeit — ohne dabei zu vergessen, dass nur bestehen kann, wer die Zukunft im Visier und seine Vision ständig vor Augen hat.

1968 GRÜNDUNG

Die Gründung unseres Unternehmens, der WENZEL Group mit alle Ihren Töchtern, geht auf unseren Seniorchef Werner Wenzel zurück. Er war Werkzeugmacher-Meister und wollte 1968 ursprünglich in seinem Heimatort Heigenbrücken eine Maschinenbaufirma gründen. Aber die Gemeinde war alles andere als begeistert. Vom Tourismus versprach man sich in unserem schönen Spessart wesentlich mehr, eine Dauerstörung der Idylle durch produzierendes Gewerbe wollte Heigenbrücken vermeiden. Die Nachbargemeinde Wiesthal hatte dagegen keine Bedenken und überließ Werner Wenzel ein Grundstück.

Die Geschäftsidee lautete „Präzisionsmesszeuge und Prüfgeräte“. Um mit unseren ersten drei Mitarbeitern loslegen zu können, errichtete Werner Wenzel eine Montagehalle und ein Bürogebäude mit einer Wohnung im ersten Stock. Die Auftragslage war von Anfang an sehr gut, schon 1973 wurden mehr als 30 Mitarbeiter beschäftigte. Die ersten Gebäude stehen heute noch, allerdings handelt es sich dabei nur um einen buchstäblich hinter einem großem Bürotrakt und riesigen Hallen verschwindenden Teil des heutigen Gesamtkomplexes mit 54.000 m² Grund und 15.500 m² Gebäudefläche (davon 5.000 m² klimatisiert). In der damaligen Wohnung mit dem Kinderzimmer für Tochter Heike tüfteln heute z. B. Beschäftigte der IT-Abteilung.

Dr. Heike Wenzel ist inzwischen alleinige geschäftsführende Gesellschafterin und charakterisiert ihren Vater als „absoluten Visionär“, „starken Umsetzer“, unerschütterlichen Optimisten“ und „Menschen, der jeden Tag mit einer neuen Idee aufgewacht ist“. Die Mutter Helga hingegen ist für das Finanzielle verantwortlich gewesen, hat die Buchhaltung – anfangs auch für andere Betriebe – gemacht. Sie hat den Vater „nicht ausgebremst, aber gezügelt in den Umsetzungswellen“.

Werner Wenzel war ein ambitionierter Mensch. Er hatte eine feste Stelle in einem Maschinenbauunternehmen gekündigt und mit eher geringen Ersparnissen eine Firma gegründet. Trotz starker und traditionsreicher Konkurrenz hatte er dafür gesorgt, dass die WENZEL Group mit der rasanten technischen Entwicklung immer Schritt hielt und hochwertige Messmaschinen entwickelt, produziert und vertreibt.

Heute ist WENZELs Antwort auf die immer komplexer werdenden Anforderungen der Märkte, das starke Wachstum, die fortschreitende Internationalisierung  und die Erweiterung des Produktportfolios des größten familiengeführten Unternehmens in der Messtechnik. Die Einführung neuer Technologien, die Entwicklung von Automationslösungen und die Neuausrichtung der Softwareentwicklung, wurde in dieser Dekade gleich zweimal mit der Auszeichnung des Awards  ‚TOP 100 Innovatoren des deutschen Mittelstandes‘ gewürdigt.

FLORIERENDE ANFANGSJAHRE IN DEN 70ERN

Unsere ersten Betriebsjahre waren sehr erfolgreich, so dass bereits 1971 erste bauliche Erweiterungen vorgenommen wurden. Die eingesetzten Anlagen zählten bereits damals zu den modernsten ihrer Art (auch wenn diese aus heutiger Sicht etwas altertümlich anmuten).  

WENZEL war einer der wenigen Hersteller weltweit, die in der Lage waren Bauteile mit einer Genauigkeit unter 1 µm zu liefern. Als Trendsetter hatten wir frühzeitig erkannt, dass Granit als Basismaterial für den Messmaschinenbau aus Gründen seiner einzigartigen physikalischen Eigenschaften höchste Präzision und eine lange Lebensdauer garantiert. Guss wurde zu dieser Zeit nach und nach verdrängt.

Die Belegschaft wuchs bis 1973 kontinuierlich von 3 auf 22 Mitarbeiter und der Umsatz lag bereits bei 1,5 Mio. DM. Die Produktpalette bestand zu diesem Zeitpunkt aus Messwürfeln, Prüfplatten sowie Winkel-/Spann- und Prüftische. Das Betriebsgelände wuchs auf 10.000 m2 und die Gebäudefläche betrug bereits 1.350 m2.

1980 Präsentation des ersten KMGS

Zum Ende der 70er Jahre hatte sich WENZEL als einer der führenden Hersteller für Präzisionsmesszeuge etabliert und lieferte diese in alle Welt. Wir hatten bereits die Marke von 60 Mitarbeitern erreicht und eine eigene Entwicklungs- und Kontruktionsabteilung gegründet.

Bis 1973 war die Entwicklung der Koordinatenmesstechnik auf 2D- oder 3D-Geräte in Ständerbauweise beschränkt. Diese wurden vorwiegend in der Karosseriemesstechnik zum Messen und Anreißen eingesetzt. Hersteller in Deutschland waren Stiefelmayer, Mora, WENZEL und Zettmess. International waren die Firmen Portage/Bendix, Poli, Trimek, ITP, und Brown&Sharpe in diesem Geschäft vertreten. Später wurden die Ständermessgeräte (auch Horizontalarm-Messgeräte genannt) mit Messkopfsystemen vorwiegend von Renishaw ausgerüstet.1)

1980 war es dann soweit. Am Standort Wiesthal produzierten wir die ersten WENZEL 3D-Mess- und Anreißmaschinen und starteten damit eine Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert. Die positive Resonanz auf die Neuentwicklung im In- und Ausland ermöglichte, dass WENZEL weiterhin expandieren konnte.

"Ich kann mich noch sehr gut daran erinner, wie stolz meine Eltern auf die ersten Maschinen waren, die unser Werk verlassen haben", erzählt Geschäftsführerin Dr. Heike Wenzel. "Innovation, enger Kundenkontakt und höchste Qualität waren seit der ersten Koordinatenmessmaschine unser Ziel und der Antrieb für die Entwicklung und Produktion - dieses Verständnis motiviert unsere Mitarbeiter und mich auch heute jeden Tag!"

Die goldenen 80er Jahre

20 Jahre nach Betriebsgründung konnte Werner Wenzel in seiner Festansprache stolz auf die bisherigen Leistungen zurückblicken. Zu diesem Zeitpunkt erwirtschafteten wir mit 117 Mitarbeitern einen Umsatz von über 16 Millionen DM. Durch den Erweiterungsbau im Werk 1 im Jahre 1983 war die Gebäudefläche der Firma um fast das 20-fache angewachsen.

Zwischenzeitlich war schon die zweite Maschinengeneration entworfen und das Produktangebot erweitert worden. Die Kunden kamen damals vor allem aus der Automobil- und Zulieferindustrie, aus der Luft- und Raumfahrt sowie dem Maschinenbau. Um die hohen Ansprüche der Abnehmer zu erfüllen waren hohe Investitionen notwendig. So wurde z.B. 2,5 Millionen DM in eine Universalschleifmaschine investiert, die heute noch ihre treuen Dienste tut.